
Schloss Kirchberg liegt auf der deutschen Seite am Bodensee, zwischen Immenstaad und Hagnau gelegen. Ca. 200 Meter über dem See und eingebettet in Wein- und Obstplantagen ist dies heute eine Wohnanlage mit 44 Wohnungen.
Geschichtsdaten Schloss Kirchberg am Bodensee
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um 800 |
Vermutlich schon um 800 war Kirchberg im Besitz des Klosters Kempten (vgl. LeoBW.de) |
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1229 |
Kirchberg wurde erstmals 1229 als „Chiriberc/Chireberc“ erwähnt (vgl. Leo-BW.de) |
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20.7.1288
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Heinrich von Schmalegg (Schmalenegg) verkauft die Vogtei Kirchberg an Abt Conrad zu Kempten für „44 Mark reinen Silbers in der gesetzlichen Währung von Konstanz.“ |
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24.7.1288 Kaufbrief vom 9.8.1288 |
Benediktiner Abtei Kempten verkauft „unsere bei Kirchperg, nahe dem Bodensee gelegenen Güter“ an das Zisterzienserkloster Salem für „160 Mark reinen und gesetzmäßigen Silber nach Konstanzer Gewicht … zur Tilgung unserer … Schulden“ (=37,3 kg, Materialwert 2026 ca. 80.000,- €, Kaufkraft ca. 210.000,- €) |
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Kirchberg war vogtfrei und wurde als Grangie (1390 genannt) d.h. als selbst bewirtschafteter Klosterhof von Laienbrüdern betrieben. Haupterzeugnis war Wein, und es gewährte neben Maurach einen zweiten Zugang zum See. Bis ins 18. Jh. wurde die Sorge um den Weinbau in den Bestallungsurkunden der Hofmeister ausdrücklich erwähnt. |
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um 1500 |
Neubau der Kapelle, 1502 durch den Bischoff von Konstanz geweiht |
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1541 |
Nach Expertise des „Landesamt für Denkmalpflege“ wird mit dem Bau des Hofmeistergebäudes begonnen. Der tonnengewölbte Weinkeller, die Giebelwände mit Zinnen (Treppengiebel) und die zwei- und dreifachen Fenster an den Ecken und der Nordseite sind noch ursprünglich erhalten. Ebenso die Rankenwerkmalerei an der Decke im Hochparterre. |
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1546 – 49 |
Der Südflügel wird gebaut |
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1578 |
leben 24 Menschen in Kirchberg |
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Nov. 1634 |
Salem hatte einen weltlichen Hofmeister eingesetzt, der Reb-, Obst- und Waldbau betrieb. |
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ca. 1730 |
Erneuerung und Barockisierung der Kapelle |
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ab 1739 |
Das Hofmeistergebäude wird umgebaut und erhält in der Amtszeit von Abt Constantin Miller (1725 – 1745, Monogramm in der Eckleuchte am Hofmeisterhaus) seine heutige Gestalt. |
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ab 1741 |
Der Südflügel wird nach Westen hin erweitert und Ökonomiegebäude mit Treppengiebel neu gebaut. (Jahreszahl 1742 am ehemaligen Torkelraum) |
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1767 |
Die Mauer am See wird erneuert und ein Bootsanleger geschaffen. |
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1775 bis 1779 |
Bau des Ostflügels durch Abt Anselm II Schwab im spätbarocken-klassizistischen Stil mit Eingangstorbau; ebenso das Rundhaus am See, das der Zeit gemäß wohl als Teehäuschen erbaut wurde incl. der Seemauer. Kirchberg wird zur „Sommerresidenz“ der Äbte von Salem. |
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1788 |
Die Wasserleitung und der Brunnen werden erneuert. |
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24.12.1802 |
Salem fällt nach dem Frieden von Lunéville an die Markgrafen von Baden. Politisch gehört Kirchberg zur Gemeinde Salem. |
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23.11.1804 |
Endgültige Auflösung der Klostergemeinschaft Salem durch die Prinzen Friedrich und Ludwig von Baden. Der letzte Abt Kaspar Öchsle bekommt –zusammen mit 4 Mitbrüdern- seinen Altersruhesitz in Kirchberg mit „8000 fl. Pension und 6 Pferden“, wo er am 21.6.1821 stirbt. In dieser Zeit leben dort 43 Personen. |
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1806 |
Kirchberg verliert seine Stellung als Exklave, als das Großherzogtum Baden nach dem Beitritt zum Rheinischen Bund unter Napoleon die benachbarte Nassau-Oranische Herrschaft Hagnau mit Kippenhausen sowie das Fürstenbergische Immenstaad gewann. |
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1830er |
Abbruch der Kapelle und des Rundturms an der nordwestlichen Ecke der Anlage |

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1833 |
22,4 ha Rebfläche, 18,5 ha Wiesen und 3,1 ha Ackerland listet die Markgräflich-Badische Domänen-Kanzlei für Kirchberg auf. |
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1853 |
Die Schlossräume werden für den Sommeraufenthalt des Großherzogs von Baden neu hergerichtet und ausgestattet. Der Bootsanleger wird ausgebaut. |
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1868 |
Niedergang des Weinbaus am Bodensee, nur noch 1,4 ha bewirtschaftet, 1873 wieder 3,2 ha. |
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1880-1881 |
Ausbau des Südflügels durch Prinz Wilhelm von Baden, Erhöhung um ein Stockwerk |
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ab 1914 |
Kirchberg soll Lazarett werden, es ist aber nicht klar ersichtlich, ob es auch wirklich so wurde. |
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nach 1918 |
Kirchberg wird als Erholungs-Gästehaus des Markgrafen Max von Baden genutzt. |
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1919 |
Nach Ende der Monarchie regelt die Badische Verfassung, dass alle Domänen ausschließlich Eigentum des Badischen Staates seien. Nicht jedoch die Besitzungen am Bodensee, sie bleiben im Privatvermögen des Markgrafen. |
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1925 |
In einer Aprilnacht überqueren Albert Röhrenbach (22) und Gottfried Ainser (25), Fischer aus Hagnau, im Auftrag ihrer Väter den Bodensee in einem Ruderboot und übernehmen in Ermatingen 400 Setzlinge Müller-Thurgau Reben. Diese werden unterhalb Schloß Kirchberg angepflanzt und begründen den Erfolg der Rebsorte am Bodensee und in ganz Deutschland. |
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2. Welt-krieg |
Kirchberg wird von Dornier genutzt. Eine Attrappe der Dornier Werke Manzell wird angeblich zwischen Hagnau und Kirchberg aufgebaut (leider gibt es dafür keine Belege). |
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1945 |
Kirchberg wird kurzzeitig als Gefängnis genutzt, in dem Angeklagte der Nürnberger Prozesse auf ihre Verhandlung warten. Ebenso werden 50 deutsche und 40 italienische Diplomaten, die im Ausland Dienst taten, vorübergehend interniert. |
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nach 1945 |
Die Schlossschule Salem richtet eine Zweigstelle ein, Dornier kehrt mit einigen Abteilungen nach Kirchberg zurück. |
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1956 |
Heimatfilm „Die Fischerin vom Bodensee“, Uraufführung 24.7.1956 in Stuttgart |
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1968/69 |
Im Winter wird der Hafen Schloß Kirchberg gebaut. |
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1.1.72 |
Kirchberg wird zu Immenstaad eingegliedert. 19 Menschen leben in Kirchberg. |
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1995 |
Der Markgraf von Baden verkauft das Schloss, den Hafen und Campingplatz an den Konstanzer Unternehmer Hugo Speck für 25 bis 30 Mio. DM (Focus Nr. 11/95, Spiegel Nr. 38/1995). |
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30.12.96 |
RA Diez aus Tübingen kauft Schloß Kirchberg (lt. Eigenbekunden) für 9 Mio. DM von Speck. |
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Ende 1999 |
Erste Übergabe der neuen Wohnungen. Es sind vorerst 39, der Ostflügel konnte nicht verkauft werden und stand jahrelang als Bauruine und ohne Dach leer. Nachdem der Bauträger „Schloß Brühl“ mit den RA Dietz und Unger insolvent war, sorgten die restlich Eigentümer (insbes. RA Jörg Korting) für die Auflassungen. Außenanlagen, Pflaster im Innenhof und Treppenhäuser, die noch im Rohbau waren, wurden in Eigenregie fertiggestellt. |
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14.12.2007 |
Hotelier Neuner-Jehle (Friedrichshafen) kauft den Ostflügel und baut ihn zu Wohnungen aus. |
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21.02.2013 |
Zwangsversteigerung der Gewerberäume Haus 4, Keller unter Haus 3 und Pferdestall 505 |
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2015 |
Die geplanten Gewerberäume (Restaurant und Weinverkauf) im Ökonomiegebäude werden zu Wohnungen umgebaut. Damit gibt es gesamt 46 Wohnungen in der WEG (zzgl. Ostflügel). |
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2016-2017 |
Im Hofmeistergebäude werden Dach und Dachgeschoß für 700.000,– € saniert. |
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2020 |
Am Südflügel werden Fassade, Balkons und Steinarbeiten an Süd- und Westseite für ca. 500.000,– € erneuert. |
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2026 |
Die Tiefgarage wird für 500.000,– € saniert |
Das Landesamt für Denkmalschutz begründet die Aufnahme von Schloß Kirchberg in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg am 31.12.1983:
„Bei der Schloßanlage Kirchberg handelt es sich um einen historisch gewachsenen Architekturzusammenhang von herausragender Wertigkeit. Mit seinen wichtigen Bauwerken und mit seinem gesamten … Hofbereich stellt sie als Sachgesamtheit ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung dar, an deren Erhaltung aus künstlerischen, wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.“













